Wenn Sie eine Spam-Mail erhalten, die scheinbar von Ihrer eigenen E-Mail-Adresse oder Domain stammt, wurde nicht automatisch Ihr E-Mail-Konto gehackt. Häufig wurde lediglich die sichtbare Absenderadresse gefälscht. Dieses Vorgehen wird als Mail-Spoofing bezeichnet.
Ganz ausschließen lässt sich ein unbefugter Zugriff allein anhand der Absenderadresse allerdings nicht. Deshalb sollten Sie kurz prüfen, ob die Nachricht tatsächlich über Ihr E-Mail-Konto versendet wurde.
Warum erhalte ich eine Spam-Mail von meiner eigenen Adresse?
Beim Mail-Spoofing trägt der Absender eine fremde E-Mail-Adresse in das sichtbare Absenderfeld der Nachricht ein. Dadurch sieht es so aus, als hätten Sie die E-Mail selbst verschickt oder als wäre sie über Ihre Domain versendet worden.
Die Absenderangabe einer E-Mail lässt sich mit dem Absender auf einem Briefumschlag vergleichen: Eine Adresse kann dort eingetragen werden, ohne dass der tatsächliche Absender unter dieser Adresse erreichbar ist. Für das Fälschen der sichtbaren Absenderadresse benötigt der Angreifer weder das Passwort Ihres Postfachs noch Zugriff auf Ihren Mailserver.
Solche Nachrichten werden häufig für Spam, Phishing oder Erpressungsversuche verwendet. Der Absender behauptet beispielsweise, Ihr E-Mail-Konto oder Ihren Computer gehackt zu haben, und fordert eine Zahlung. Die eigene Adresse als vermeintlicher Absender soll diese Behauptung glaubwürdiger erscheinen lassen.
Wurde mein E-Mail-Konto gehackt?
Eine gefälschte Absenderadresse ist noch kein Beleg dafür, dass Ihr Konto gehackt wurde. Prüfen Sie zunächst den Ordner „Gesendet“ und, falls verfügbar, die letzten Anmeldungen oder Aktivitäten Ihres E-Mail-Kontos.
Finden Sie dort unbekannte Nachrichten oder Anmeldungen, sollten Sie das Passwort sofort ändern. Verwenden Sie ein neues Passwort, das Sie für keinen anderen Zugang nutzen. Aktivieren Sie nach Möglichkeit zusätzlich die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Sind keine verdächtigen Aktivitäten vorhanden, handelt es sich wahrscheinlich um eine gefälschte Absenderadresse. Für eine genauere Prüfung können die Kopfzeilen beziehungsweise Mail-Header der Nachricht ausgewertet werden. Daraus lässt sich häufig erkennen, über welchen Mailserver die E-Mail tatsächlich versendet wurde.
Was sollte ich bei einer solchen Nachricht tun?
Antworten Sie nicht auf die Nachricht und öffnen Sie keine enthaltenen Links oder Anhänge. Wird eine Zahlung verlangt, sollten Sie dieser Forderung nicht nachkommen.
Markieren Sie die Nachricht als Spam oder Phishing. Bewahren Sie die E-Mail einschließlich ihrer vollständigen Header auf, wenn Sie den Versandweg prüfen lassen oder den Vorfall melden möchten.
Wie kann ich den Missbrauch meiner Domain erschweren?
Mit SPF, DKIM und DMARC können empfangende Mailserver besser prüfen, ob eine Nachricht berechtigt über Ihre Domain versendet wurde. Die Verfahren erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sollten aufeinander abgestimmt werden.
SPF-Record anlegen
Ein SPF-Record (SPF = Sender Policy Framework) legt fest, welche Mailserver E-Mails für eine Domain versenden dürfen. Der Record wird als TXT-Eintrag in der DNS-Zone der Domain hinterlegt.
SPF allein verhindert das Fälschen der sichtbaren Absenderadresse jedoch nicht in allen Fällen. Weitere Informationen zur Einrichtung finden Sie in unserem FAQ-Artikel „Wofür ist ein SPF-Record und wo kann man diesen hinterlegen?“.
Ausgehende E-Mails mit DKIM signieren
DKIM ergänzt ausgehende E-Mails um eine digitale Signatur. Der empfangende Mailserver kann damit prüfen, ob die Nachricht zu der angegebenen Domain gehört und während der Übertragung verändert wurde.
Wie DKIM funktioniert und wo der zugehörige DNS-Eintrag hinterlegt wird, erklären wir im FAQ-Artikel „Wofür ist ein DKIM-Key und wo kann man diesen hinterlegen?“.
SPF und DKIM mit DMARC verbinden
DMARC prüft, ob die über SPF oder DKIM bestätigte Domain zur sichtbaren Absenderdomain passt. Der Domaininhaber kann außerdem festlegen, wie empfangende Mailserver mit Nachrichten umgehen sollen, die diese Prüfung nicht bestehen.
Eine DMARC-Richtlinie sollte schrittweise eingerichtet werden. Prüfen Sie zunächst, welche Systeme berechtigt E-Mails für Ihre Domain versenden. Eine sofortige strenge Richtlinie kann sonst auch legitime Nachrichten beeinträchtigen.
SPF, DKIM und DMARC können den Missbrauch einer Domain deutlich erschweren. Ob eine gefälschte Nachricht abgewiesen, als Spam behandelt oder trotzdem zugestellt wird, entscheidet letztlich der empfangende Mailserver.
Wie kann ich den Empfang gefälschter E-Mails reduzieren?
Neben den DNS-Einstellungen Ihrer Domain kann der empfangende Mailserver eingehende Nachrichten auf SPF, DKIM und DMARC prüfen. Nachrichten mit auffälligen oder fehlgeschlagenen Prüfungen können dadurch als Spam behandelt oder abgewiesen werden.
Plesk-Serverkunden: SPF-Prüfung aktivieren
Als Plesk-Serverkunde können Sie die SPF-Prüfung für eingehende E-Mails in den Mailserver-Einstellungen aktivieren.
Loggen Sie sich auf Ihrem Plesk-Server ein. Öffnen Sie „Tools & Einstellungen“ (1) und anschließend „Mailserver-Einstellungen“ (2):
Scrollen Sie zum Bereich „SPF-Spamschutz“. Aktivieren Sie die Option „SPF-Spamschutz aktivieren, um eingehende E-Mails zu überprüfen“ (3) und speichern Sie die Änderung mit „OK“:
Damit ist die SPF-Prüfung für eingehende E-Mails auf dem Plesk-Server aktiviert.
Für unsere Plesk-Webhosting– und Reseller-Kunden im Shared Hosting ist diese Option nicht allgemein aktiviert, da eine pauschale Prüfung auch den legitimen Mailverkehr beeinflussen kann. Für eine weitergehende Filterung empfehlen wir den Spamschutz über SpamExperts.
SPF-Prüfung in SpamExperts aktivieren
In SpamExperts kann für eingehende Nachrichten eine SPF-Prüfung aktiviert werden. Sie hilft dabei, Nachrichten zu erkennen, die über einen für die Absenderdomain nicht autorisierten Mailserver versendet wurden.
Loggen Sie sich in das SpamExperts-Interface ein. Öffnen Sie unter „Eingehend – Schutzeinstellungen“ den Bereich „Filtereinstellungen“:
Aktivieren Sie dort die Option „SPF“, sofern sie noch nicht gesetzt ist, und speichern Sie die Filtereinstellungen:
Die SPF-Prüfung kann einen Teil der Nachrichten mit gefälschten Absenderangaben erkennen. Sie kann jedoch nicht garantieren, dass jede Spoofing-Nachricht blockiert wird. Dafür müssen auch DKIM, DMARC und die jeweilige Filterentscheidung des empfangenden Mailservers berücksichtigt werden.
Unterstützung beim Schutz Ihrer E-Mail-Kommunikation
Sie möchten eingehende Spam- und Phishing-Nachrichten zuverlässiger filtern? Mit unserem E-Mail-Spamschutz über SpamExperts werden eingehende Nachrichten bereits vor der Zustellung geprüft. Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl und Einrichtung.





