Wird eine E-Mail wegen eines fehlenden Reverse-DNS-Eintrags abgelehnt, liegt das Problem normalerweise beim versendenden Mailserver. Dessen IP-Adresse besitzt entweder keinen gĂŒltigen PTR-Record oder der eingetragene Hostname lĂ€sst sich nicht wieder auf die sendende IP-Adresse zurĂŒckfĂŒhren.
Welche Fehlermeldung kann auftreten?
Beim Versand einer E-Mail erhÀlt der Absender beispielsweise eine Unzustellbarkeitsmeldung mit einem der folgenden Hinweise:
550 No RDNS entry for 123.123.123.1
550 Invalid or missing PTR (reverse DNS) record
Die E-Mail wurde in diesem Fall vom empfangenden Mailserver bereits wÀhrend des Verbindungsaufbaus abgewiesen und nicht an das Postfach des EmpfÀngers zugestellt.
Was bedeuten rDNS und PTR?
Das Reverse Domain Name System (rDNS) ermöglicht die RĂŒckauflösung einer IP-Adresse in einen Hostnamen. Der dafĂŒr verwendete DNS-Eintrag wird als PTR-Record bezeichnet.
Ein korrekt eingerichteter Mailserver kann beispielsweise folgende Zuordnung verwenden:
123.123.123.1 â mail.example.de
ZusĂ€tzlich sollte der Hostname ĂŒber einen A- beziehungsweise AAAA-Record wieder auf die sendende IP-Adresse verweisen:
mail.example.de â 123.123.123.1
Diese Ăbereinstimmung von VorwĂ€rts- und RĂŒckwĂ€rtsauflösung hilft dem empfangenden Mailserver dabei, die sendende Infrastruktur zu ĂŒberprĂŒfen. GroĂe E-Mail-Anbieter wie Google setzen gĂŒltige Forward- und Reverse-DNS-EintrĂ€ge fĂŒr sendende Mailserver voraus.
Warum werden E-Mails ohne PTR-Record abgelehnt?
Fehlende oder fehlerhafte PTR-Records treten hĂ€ufig bei nicht vollstĂ€ndig konfigurierten Mailservern, kompromittierten Systemen oder ungeeigneten InternetanschlĂŒssen auf. Viele empfangende Mailserver beziehen die RĂŒckwĂ€rtsauflösung deshalb in ihre Spam- und SicherheitsprĂŒfung ein.
Ein fehlender PTR-Record bedeutet nicht automatisch, dass die Nachricht Spam enthĂ€lt. Er ist jedoch ein deutliches Zeichen dafĂŒr, dass die sendende Mailserver-Infrastruktur nicht vollstĂ€ndig oder nicht plausibel konfiguriert wurde. AbhĂ€ngig von den Richtlinien des EmpfĂ€ngers kann die E-Mail daher abgewiesen, verzögert oder als Spam behandelt werden.
Wer kann den PTR-Record einrichten?
Ein PTR-Record wird normalerweise nicht in der gewöhnlichen DNS-Zone der Absenderdomain angelegt. ZustÀndig ist der Betreiber des IP-Adressbereichs, in der Regel also der Server-, Hosting- oder Internetanbieter des Absenders.
Der Absender sollte die vollstĂ€ndige Fehlermeldung an den Betreiber seines Mailservers weitergeben. Dieser muss prĂŒfen, ob:
- fĂŒr die sendende IP-Adresse ein PTR-Record vorhanden ist,
- der PTR-Record auf einen gĂŒltigen Hostnamen verweist,
- dieser Hostname wieder auf die sendende IP-Adresse aufgelöst wird und
- der Mailserver beim Verbindungsaufbau einen passenden Hostnamen ĂŒber EHLO beziehungsweise HELO ĂŒbermittelt.
Was kann der EmpfÀnger der E-Mail tun?
Wenn ein externer Absender beim Versand an Ihre Adresse diese Fehlermeldung erhÀlt, können Sie das Problem nicht in der DNS-Zone Ihrer eigenen Domain beheben. Die fehlerhafte Konfiguration befindet sich auf der Seite des Absenders beziehungsweise seines Mailserver-Betreibers.
Bitten Sie den Absender, sich mit der vollstĂ€ndigen Unzustellbarkeitsmeldung an seinen E-Mail- oder Hosting-Anbieter zu wenden. FĂŒr dringende Nachrichten kann vorĂŒbergehend ein anderer korrekt konfigurierter Maildienst verwendet werden.
Kann die rDNS-PrĂŒfung fĂŒr eine einzelne Domain ausgeschaltet werden?
Auf unseren Mailservern kann die rDNS-PrĂŒfung nicht fĂŒr einzelne EmpfĂ€ngerdomains oder PostfĂ€cher deaktiviert werden. Die PrĂŒfung findet bereits beim Aufbau der Verbindung zwischen den Mailservern statt, bevor die eigentliche Nachricht und ihre EmpfĂ€nger vollstĂ€ndig ĂŒbertragen werden.
Eine individuelle Ausnahme wĂŒrde auĂerdem dazu fĂŒhren, dass auch andere Nachrichten des fehlerhaft konfigurierten Mailservers ungeprĂŒft angenommen werden könnten.
Was kann ich tun, wenn mein Mailserver-Anbieter nicht reagiert?
Kann oder möchte der bisherige Anbieter keinen korrekten PTR-Record einrichten, sollte der Mailversand ĂŒber einen technisch vollstĂ€ndig konfigurierten Mailserver oder ein geeignetes externes Mailgateway erfolgen. Alternativ kann ein Wechsel des Hosting- beziehungsweise Serveranbieters sinnvoll sein.
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