Ein DNS-Cache speichert bereits abgefragte DNS-Informationen für einen begrenzten Zeitraum. Dadurch müssen zum Beispiel die IP-Adressen einer Domain nicht bei jedem Aufruf erneut bei den zuständigen Nameservern abgefragt werden. Wie lange ein Eintrag gespeichert werden darf, bestimmt seine TTL.
Nach einer Änderung an der DNS-Zone kann deshalb vorübergehend noch das bisherige Ziel einer Domain aufgerufen werden. Wie lange dieser Zustand anhält, hängt unter anderem vom vorherigen TTL-Wert und den beteiligten DNS-Caches ab.
Was ist DNS-Caching?
Beim DNS-Caching wird das Ergebnis einer DNS-Abfrage zwischengespeichert. Solche Zwischenspeicher können sich beispielsweise auf dem eigenen Computer, im Router oder bei einem verwendeten DNS-Resolver befinden.
Wenn dieselbe Domain erneut aufgerufen wird, kann der DNS-Resolver die gespeicherte Antwort verwenden. Eine erneute Anfrage an die autoritativen Nameserver ist erst erforderlich, wenn der Cache-Eintrag abgelaufen ist oder vorzeitig gelöscht wurde.
DNS-Caching beschleunigt wiederholte Abfragen und reduziert die Anzahl der Anfragen an die beteiligten DNS-Server.
Was bedeutet TTL bei DNS?
TTL steht für Time to Live. Der Wert gibt in Sekunden an, wie lange ein DNS-Eintrag maximal zwischengespeichert werden darf. Nach Ablauf der TTL sollte der DNS-Resolver den Eintrag erneut abfragen.
Die TTL wird für die jeweiligen Einträge der DNS-Zone festgelegt. Unterschiedliche DNS-Einträge können daher unterschiedliche TTL-Werte besitzen.
Was bedeuten TTL 300 und TTL 86400?
Häufig verwendete TTL-Werte sind beispielsweise:
- 300 Sekunden: 5 Minuten
- 3.600 Sekunden: 1 Stunde
- 86.400 Sekunden: 24 Stunden
Bei Power-Netz beträgt die standardmäßig verwendete TTL 86.400 Sekunden und damit 24 Stunden. Bei anderen Anbietern sowie bei einzelnen DNS-Einträgen können abweichende Werte gelten.
Welcher TTL-Wert ist sinnvoll?
Ein hoher TTL-Wert reduziert die Anzahl der DNS-Abfragen. Änderungen an einem DNS-Eintrag können dadurch jedoch länger benötigen, bis alle bisherigen Cache-Einträge abgelaufen sind.
Ein niedriger TTL-Wert ist insbesondere dann sinnvoll, wenn eine Änderung an der DNS-Zone geplant ist. Das betrifft zum Beispiel:
- den Wechsel eines Servers oder Hosting-Anbieters
- die Änderung der IP-Adresse einer Website
- die Umstellung eines Mailservers
- regelmäßige Änderungen an DNS-Einträgen
Eine dauerhaft sehr niedrige TTL ist nicht für jede Domain erforderlich. Welcher Wert geeignet ist, hängt davon ab, wie häufig sich die hinterlegten Ziele ändern und wie schnell geplante Änderungen wirksam werden sollen.
Wann wirken sich Änderungen an der DNS-Zone aus?
Nach einer Änderung können DNS-Resolver den bisherigen Wert so lange verwenden, bis dessen TTL abgelaufen ist. Anschließend wird der Eintrag erneut bei den zuständigen Nameservern abgefragt.
Der häufig verwendete Begriff „DNS-Propagation“ beschreibt diesen Vorgang nur vereinfacht. Die Änderung wird nicht aktiv an alle DNS-Resolver verteilt. Stattdessen verwerfen die Resolver ihre bisherigen Cache-Einträge nach deren Ablauf und fragen die aktuellen Informationen bei Bedarf erneut ab.
Dadurch können verschiedene Nutzer für eine gewisse Zeit unterschiedliche Ergebnisse erhalten. Ein DNS-Resolver kennt möglicherweise bereits das neue Ziel, während ein anderer noch den bisherigen Eintrag aus seinem Cache verwendet.
Warum wirkt eine nachträglich reduzierte TTL nicht sofort?
Wird die TTL eines DNS-Eintrags von 86.400 auf 300 Sekunden reduziert, wirkt sich diese Änderung nicht auf bereits gespeicherte Antworten aus. Ein DNS-Resolver, der den Eintrag zuvor mit einer TTL von 86.400 Sekunden abgefragt hat, darf den bisherigen Wert weiterhin bis zum Ablauf dieser Zeit verwenden.
Bei einer planbaren Änderung empfehlen wir daher, die TTL mindestens eine vollständige bisherige TTL vor der eigentlichen Umstellung zu reduzieren. Bei einer TTL von 24 Stunden sollte die Reduzierung somit mindestens 24 Stunden vorher erfolgen. Um ausreichend Zeit für die Vorbereitung und Kontrolle zu haben, sind 24 bis 48 Stunden sinnvoll.
Nach der Umstellung sollte die niedrigere TTL zunächst beibehalten werden. Sobald das neue Ziel zuverlässig funktioniert, kann die TTL wieder auf den gewünschten Standardwert erhöht werden.
Welche Vorteile bietet DNS-Caching?
DNS-Caching bietet insbesondere folgende Vorteile:
- wiederholte DNS-Abfragen werden schneller beantwortet
- autoritative Nameserver werden entlastet
- der DNS-Datenverkehr wird reduziert
- bereits gespeicherte Informationen können bis zum Ablauf ihrer TTL verwendet werden
Einige DNS-Resolver können bei einer vorübergehenden Störung auch abgelaufene Einträge zeitweise weiterverwenden. Ob dies geschieht und wie lange solche Daten bereitgestellt werden, hängt jedoch vom jeweiligen Resolver ab.
Welche Nachteile hat DNS-Caching?
Der wichtigste Nachteil zeigt sich nach einer Änderung an der DNS-Zone. Solange ein alter Eintrag noch im Cache liegt, kann ein Nutzer weiterhin auf das bisherige Ziel geleitet werden.
Bei einer TTL von 86.400 Sekunden kann der vorherige DNS-Eintrag grundsätzlich bis zu 24 Stunden zwischengespeichert bleiben. Der genaue verbleibende Zeitraum hängt davon ab, wann der jeweilige Resolver den Eintrag zuletzt abgefragt hat.
Das Leeren des lokalen DNS-Caches hilft nur, wenn der veraltete Eintrag auf dem eigenen Gerät gespeichert ist. Befindet er sich im Router oder beim verwendeten DNS-Resolver, kann er vom Nutzer nicht ohne Weiteres entfernt werden.
Wie kann ich den DNS-Cache unter Windows anzeigen?
Unter Windows können Sie den Inhalt des lokalen DNS-Client-Caches über die Eingabeaufforderung anzeigen. Öffnen Sie dazu die Eingabeaufforderung und geben Sie folgenden Befehl ein:
ipconfig /displaydns
Windows zeigt anschließend die derzeit lokal gespeicherten DNS-Einträge an.
Wie kann ich den DNS-Cache unter Windows leeren?
Öffnen Sie die Eingabeaufforderung und führen Sie folgenden Befehl aus:
ipconfig /flushdns
Nach erfolgreicher Ausführung bestätigt Windows, dass der DNS-Auflösungscache geleert wurde.
Der Befehl entfernt nur die DNS-Einträge aus dem lokalen Cache des Windows-Rechners. DNS-Caches im Router, beim Internetanbieter oder bei einem öffentlichen DNS-Resolver werden dadurch nicht geleert.
Warum sehe ich nach dem Leeren des DNS-Caches weiterhin das alte Ziel?
Wenn nach dem Leeren des lokalen Caches weiterhin das bisherige Ziel angezeigt wird, kann der Eintrag noch an einer anderen Stelle zwischengespeichert sein. Mögliche Ursachen sind:
- der verwendete DNS-Resolver liefert noch den bisherigen Eintrag
- der Router besitzt einen eigenen DNS-Cache
- der Browser oder eine Anwendung speichert zusätzliche Informationen
- die DNS-Zone wurde noch nicht korrekt geändert
- die Änderung wurde auf einem nicht zuständigen Nameserver vorgenommen
In diesem Fall sollten Sie zunächst prüfen, ob die autoritativen Nameserver bereits den neuen Wert ausgeben. Liefern diese den korrekten Eintrag, müssen bestehende Cache-Einträge normalerweise nur noch ablaufen.
Kann ich meine TTL bei Power-Netz anpassen?
Ja. Wenn Sie eine DNS-Zone über Power-Netz verwalten, können Sie die TTL der jeweiligen DNS-Einträge selbst anpassen.
Die DNS-Verwaltung steht Ihnen in unseren Webhosting-Tarifen, Reseller-Tarifen und Nameserver-Tarifen zur Verfügung. Kunden mit einem Managed Server können die DNS-Verwaltung ebenfalls für ihre Kunden freischalten.
Planen Sie einen Serverwechsel oder eine andere größere DNS-Änderung, reduzieren Sie die TTL rechtzeitig vor der Umstellung. So können die beteiligten DNS-Resolver die neuen Einträge nach der Änderung schneller abrufen.


